Theresia Störtländer-Nerge zeigt Werke im Domschatz Minden

Die Mindener Künsterlin Theresia Störtländer-Nerge stellt ihre Objekte im Domschatz Minden aus. Foto: DVM/Alex Lehn
Die Mindener Künsterlin Theresia Störtländer-Nerge stellt ihre Objekte im Domschatz Minden aus. Foto: DVM/Alex Lehn

Minden (DVM). Eine Begegnung der besonderen Art erleben zurzeit die Besucherinnen und Besucher des Domschatzes Minden. Die Ausstellung „Vasa | Gefäße – Eine Begegnung“ vereint christliche und profane Behältnisse und zeigt, welche Bedeutung Gefäße in all ihrer Vielfalt für uns haben können.

Die Mindener Künstlerin Theresia Störtländer-Nerge (73), seit vielen Jahren als Initiatorin der Ausstellung „Tausendschön“ bekannt, widmet sich seit fast drei Jahrzehnten der Keramikkunst. Gefäße sind ihr künstlerisches Thema. Hauchdünne Schalen, die wegen ihrer Dünnwandigkeit fast wie aus geschlagenem Metall wirken. Häuser auf Beinen, die einhüllen und teilweise von der Hamburger Speicherstadt inspiriert sind. Kerzenleuchter, die in Form und Farben schon aus sich heraus strahlen. Sie bilden die Werke, die die Künstlerin, die viele Jahre bei Rosenthal in verschiedenen Positionen tätig war, aus Ton fertigt. Und nun im Domschatz Minden erstmalig in einer eigenen Ausstellung zu sehen sind.

Christliche Kunst aus elf Jahrhunderten

Auf der anderen Seite die christlichen Kunstwerke aus elf Jahrhunderten in der Mindener Domschatzkammer, die seit ihrer Neugestaltung im Jahr 2017 ebenfalls ein neues „Gefäß“ für die Schätze bildet. Der Petrischrein, die Thronende Madonna, der Schrein der Heiligen Valeria. Sie bildeten und bilden teilweise noch immer die Behältnisse für die von den Gläubigen verehrten Reliquien.

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Stühle als Thron und die Thronende Madonna. Eine besondere Begegnung. Foto: DVM/Alex Lehn
Stühle als Thron und die Thronende Madonna. Eine besondere Begegnung. Foto: DVM/Alex Lehn

„Wir setzen die modernen weltlichen Werke von Theresia Störtländer-Nerge in ein ganz eigenes Spannungsfeld zu den bedeutenden christlichen Kunstwerken, die in den vergangenen Jahrhunderten von kunstfertigen Mönchen in ihren Werkstätten geschaffen wurden“, schildert der Vorsitzende des Dombau-Vereins Minden, Hans-Jürgen Amtage, der die Ausstellung „Vasa“ auch kuratiert.

Werke korrespondieren

Dabei wirkt es, als seien Störtländer-Nerges Objekte allein für die Ausstellung im Domschatz geschaffen worden. Denn die Häuser korrespondieren mit den Reliquienschreinen, die Kerzenständer mit den bronzenen Mindener Leuchtern, die Schalen mit den Kelchen in den Vitrinen. Die Gegenüberstellung der Werke wird zu einer nahezu mystischen Einheit.

Leuchter und Schalen sind die Gefäße, die im Mittelpunkt der Ausstellung „Vasa | Gefäße – Eine Begegnung“ stehen. Foto: DVM/Alex Lehn
Leuchter und Schalen sind die Gefäße, die im Mittelpunkt der Ausstellung „Vasa | Gefäße – Eine Begegnung“ stehen. Foto: DVM/Alex Lehn

Annemarie Lux, über viele Jahrzehnte Gemeindereferentin der Domgemeinde und nun im Ruhestand, hat diese besondere künstlerische Begegnung in einen textlichen Kontext gesetzt. „Denn Gefäße begegnen uns überall“, betont die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Dombau-Vereins Minden und erinnert an unsere Hände. Ein Behältnis, das wir seit Anbeginn immer mit uns tragen würden. Ausgehöhltes Holz, ausgeschlagene Steine, Muscheln und anderes seien später über viele Jahrtausende als einfache Gefäße genutzt worden.

Mit der Entdeckung, dass mit dem erdigen Material Ton Behältnisse auch selbst geformt werden können, habe das Gefäß dann noch einmal eine ganz neue Bedeutung bekommen. Die besondere Verbindung wird in der Ausstellung „Vasa | Gefäße – Eine Begegnung“ deutlich.

Bezüge zu Bibel und Gebeten

Lux setzt in ihren Begleittexten zur Ausstellung die Kunstwerke aber auch in einen Bezug zur Bibel und zu Gebetstexten. Als Beispiel nennt sie die große Keramikschale, auf die die Besucher im Foyer des Domschatzes stoßen: „Sie ist eine Einladung an die Gäste dieser Ausstellung, bereit zu sein, aufzunehmen, zu erkennen und sich von den folgenden Eindrücken inspirieren zu lassen.

Die Künstlerin Theresia Störtländer-Nerge umschreibt ihre keramischen Gefäße so: „Sie umschließen und sind so unterschiedlich wie die Natur selbst. Und sie laden ein, immer wieder neu interpretiert zu werden.“

Die erste Sonderausstellung im Domschatz Minden „Vasa | Gefäße – Eine Begegnung“ ist bis zum 15. März, dienstags bis sonntags, 10.00 bis 12.30 und 14.00 bis 16.30 Uhr am Kleinen Domhof 24 zu besichtigen.

Tausendschön 2019 mit vielen neuen Ausstellern

Minden (tst). Der Oktober 2019 wird „Tausendschön“. Am Wochenende 26. und 27. Oktober laden die Mindener Künstlerinnen Theresia Störtländer-Nerge und Thea Langner-Berg in das LWL-Preußenmuseum Minden am Simeonsplatz ein und warten einmal mehr mit vielen neuen Ausstellern auf.

„Seit nunmehr 14 Jahren legen wir unser Herzblut in diese Ausstellung und sind dabei immer wieder überrascht, wie groß die Vielfalt von Kunst und Kunsthandwerk ist, aus der wir diese kleine und feine Auswahl nach Minden holen“, sagt Theresia Störtländer-Nerge. Im Mittelpunkt stünde eine harmonische Zusammenstellung sowie die spannende Auswahl an ausschließlich selbstgefertigtem Kunst- und Handwerk, ergänzt Thea Langner-Berg. Beide sind seit Jahrzehnten selbst als Künstlerinnen tätig und präsentieren an beiden Ausstellungstagen jeweils von 11 bis 18 Uhr ihre Künste ebenfalls bei Tausendschön.

Pleinairmalerei und Papierkunst

Während sich das LWL-Preußenmuseum auf die neue Dauerausstellung vorbereitet, die voraussichtlich noch 2020 eröffnet werden soll, nutzen die beiden Organisatorinnen von Tausendschön erneut im Ständersaal die Möglichkeit, viele neue Künstlerinnen und Künstler mit ihren Angeboten zu präsentieren. Darunter Anna und Sara Strauch aus Herford, die junge Vintage-Mode und Schmuck-Unikate fertigen. Aus Berlin reist Marion J. Bartz an. Die Pleinairmalerin – oder auch Freilichtmalerin genannt – stellt mit ihren Aquarellmotiven Lesemagnete in verschiedenen Größen her.

Kati Hoeft-Schüle aus Pätow-Steegen erschafft unter anderem Zeichnungen und Illustrationen in Originalserien, während Olrike Muth aus Hannover handbedruckte Stoffe und Papiere fertigt und daraus schöne Dinge für den täglichen Gebrauch kreiert. Handgefertigter Unikatschmuck in Gold und Silber ist das Faible von Anne Lerch aus Enger. Einer ganz anderen Kunst widmet sich Ulrich Büker aus Paderborn. Er fertigt Kreisel zum Sammeln und Spielen aus verschiedenen Materialien und in außergewöhnlicher Gestaltung an.

Boxen, Bücher, Alben und mehr baut die Künstlerin Adelheid Siegeroth aus Jülich, die mit ihrem Papierdesign ebenfalls erstmalig bei Tausendschön dabei ist. Upcycling heißt es bei Katrin Stallmann aus Bielefeld. Sie schenkt gebrauchten Textilien ein neues „Leben“. Stoffe sind auch das Metier von Christel Gröschel aus Stemwede-Destel. Sie bietet handgewebte Stoffe, Schals und Tischwäsche an. Individuell sind zudem die Accessoires und Mode-Unikate von Rebekka Tegtmeier aus Bielefeld.

Kulinarisches bei Tausendschön

Unter den „Neuen“ bei Tausendschön sind Aussteller, die sich dem Kulinarischen widmen. Agnes Schütte vom Ökoweingut Schütte aus Alsheim bietet sortenreine Biotraubensäfte und alkoholfreien Traubensecco an. Geräucherte Fische offeriert Uwe Sonntag aus Melle.

„Aber auch mit den vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern, die wir seit vielen Jahren bei Tausendschön zu Gast haben, schaffen wir in diesem Jahr wieder die bunte Vielfalt ausgefallener Angebote und können so unsere Besucherinnen und Besucher immer neu überraschen“, freuen sich Theresia Störtländer-Nerge und Thea Langner-Berg auf das Wochenende Ende Oktober. Nichts gehe aber ohne die Unterstützung des engagierten Teams vom LWL-Preußenmuseum, sagen sie Danke für 14 Jahre Unterstützung im außergewöhnlichen Ambiente der 190 Jahre alten Defensionskaserne.

www.tausendschoen-ausstellung.com/

www.lwl-preussenmuseum.de